Dez 20

Im Multi-Level-Marketing, das auf einer hierarchisch aufgebauten Struktur von Vertriebsmitarbeitern für ein Unternehmen beruht, werden Kommissionen für erzielte Umsätze direkt und indirekt erzielt.

Direkt, wie in anderen Vertriebsstrukturen, bei denen ein angestellter Vertreter Ware an den Einzelhandel oder an den Endverbraucher verkauft, und indirekt, indem Vertriebspartner, die der Partner selbst angeworben hat, wiederum Umsätze für das Unternehmen erzielen.

Beim Multi-Level-Marketing gibt es hierbei jedoch einige grundlegende Unterschiede. Erstens sind die Vertriebspartner üblicherweise keine Angehörigen des Unternehmens, sondern freie Mitarbeiter, die zwar im Namen des Unternehmens dessen Artikel vertreiben, aber eigenständige Partner sind. Üblicherweise zahlen sie eine Art Einstiegsgebühr, um das Recht zu erwerben, mit Materialien des Unternehmens in dessen Namen aufzutreten.

Zum Zweiten besteht ihre Tätigkeit nicht nur im Vertrieb der Ware des Unternehmens, sondern auch zu einem großen Teil darin, neue Vertriebspartner anzuwerben und für das Unternehmen unter Vertrag zu nehmen.

 Meist kümmert sich der übergeordneten Vertriebspartner innerhalb einer so genannten Downline, also der Linie der hierarchisch von diesem direkt oder indirekt angeworbenen Vertreter, um deren Ausbildung und Einarbeitung, um diesen einen erfolgreichen Start in ihre neue Tätigkeit zu ermöglichen. Dafür sind sie aber auch prozentual an den Provisionen beteiligt, die ihre Downliner, also die Vertriebspartner, die unter ihnen in der Hierarchie stehen, erzielen.

Als Downliner gelten hierbei alle aktiven Vertriebspartner, die vom übergeordneten Vertriebspartner direkt angeworben wurden, aber auch die Aktiven, die wiederum von diesen vertraglich verpflichtet wurden. Diese Beteiligung an der Provision reicht dann bis in eine vorher vertraglich festgelegte Ebene hinunter. Dies ist häufig die fünfte Ebene, sofern alle Downliner aktive Vertriebler sind. Erzielt ein Downliner keine Umsätze, so wird er bei der Betrachtung ausgelassen, und die Vergütung erreicht dann die nächste tiefergelegene Ebene.

Dez 10

Ein Incentive ist eine immer beliebter werdende Marketingmaßnahme von Unternehmen, um Kunden, Mitarbeiter oder Partner zu motivieren oder an das Unternehmen zu binden.

Dabei gibt es verschiedene Arten von Incentives. Es kann sich hierbei um ein Sachgeschenk handeln, um zusätzliche finanzielle Zuwendungen, also außergewöhnliche Prämien,  aber auch um spezielle Veranstaltungen oder gar um Reisen.

Incentive Kampagnen sind dabei meist nach einem bestimmten Schema aufgebaut. Und zwar werden bestimmte Umsatz-Ziele für bestimmte Zeiträume festgelegt. Es sollen also Mitarbeiter oder auch Vertriebspartner angespornt werden, während einer Kampagne eine bestimmte Menge an Waren oder auch eine bestimmte Warengruppe verstärkt zu verkaufen, wodurch sie dann in den Genuss der Incentive Prämie gelangen.

In diesem Zuge werden auch Kunden häufig Sachprämien oder auch attraktive Preisvergünstigungen in Aussicht gestellt, wenn sie eine Mindestmenge an Waren im Aktionszeitraum abnehmen.

Durch Studien hat man dabei herausgefunden, dass verschiedene Typen von Incentives stärker wirken, als andere. Und zwar wurde erstaunlicherweise festgestellt, dass finanzielle Anreize im Allgemeinen eine nicht so hohe Motivationswirkung erreichen wie Sachpreise oder gar Reisen. Denn erstens werden die Geldprämien nicht als Gabe wahrgenommen, sondern eher als Gehalt, und zweitens sind die Mitarbeiter und auch als freie Handelsvertreter gezwungen, dieses Geld zu versteuern.

Auch Sachprämien erzielen heutzutage, in Zeiten des materiellen Überflusses, nur noch selten den erhofften Effekt, denn häufig ist es schwierig, eine Prämie zu finden, die Anreiz genug darstellt, um den Ehrgeiz der angesprochenen Personen zu wecken, da die meisten Menschen schon ohnehin über deutlich mehr Dinge verfügen, als sie ohnehin benötigen.

Reisen, insbesondere solche zu ungewöhnlichen Zielen, oder auch mit Aktivitäten, die außergewöhnlich sind, sind derzeit die attraktivsten Prämien. Erstens müssen sie auch laut Gesetzgeber Freizeitcharakter haben, und außerdem liegen außergewöhnliche Reisen im Trend.

Dez 05

Der Begriff der Marktsättigung ist einer der Schlüsselbegriffe im Marketing, wenn es darum geht, Absatzmöglichkeiten zu erschließen oder auch auszubauen. Denn nur dann, wenn der Absatzmarkt eines Produktes noch nicht gesättigt ist, besteht die Möglichkeit, an die entsprechenden Endkunden zu verkaufen.

Dabei gibt es verschiedene Herangehensweisen an die Analyse der Marktsättigung. Einerseits kann es sinnvoll sein, den örtlichen Markt zu betrachten und herauszufinden, ob es für das Produkt einen realen Markt im Radius des Vertriebsmitarbeiters gibt. Denn dieser kann beim Verkauf des Produktes durch zu viele Mitbewerber, also zum Beispiel durch andere aktive Vertriebspartner des gleichen Unternehmens, oder auch durch das Angebot gleicher, höherwertiger oder günstigerer Artikel in seinem Gebiet, auf erhebliche Probleme stoßen.

Eine Marktsättigung kann sich jedoch auch auf die Zielgruppe des Vertriebes beziehen. Wenn mehrere Vertriebspartner, die das gleiche oder ähnliche Produkt vertreiben, innerhalb ihres Tätigkeitsraumes die gleiche Menschengruppe ansprechen, sei es, dass ein Partner einen Freund anwirbt, der seine Produkte wiederum seinen Freunden anbietet, es diese jedoch schon von dessen Bekannten erworben haben, so ist dieser Markt mit diesem Artikel schon gesättigt. Zumindest dann, wenn es sich bei dem Artikel nicht um ein Verbrauchsgut oder Gut des täglichen Lebens handelt.

Als Schlüsselfragen zur Ermittlung der Sättigung seines Marktes kann sich ein MLM-Vertriebspartner folgende Fragen stellen: Wie viele Vertriebsmitarbeiter sind nötig, um die Bevölkerung in meinem Einzugsgebiet zu versorgen? Dies ist nicht nur von der Anzahl der ansprechbaren Personen abhängig, sondern auch von der Art, der Qualität und der Langlebigkeit des Produktes.

Danach sollte er versuchen herauszufinden, wie viele Händler es in seinem Einzugsgebiet beziehungsweise in seinem Werbemedium (z. B. im Internet) schon gibt. Zum Schluss sollte er auch klären, wie viele aktive Vertriebspartner das Unternehmen in seiner Gegend rekrutiert hat.

Dez 02

Das Multi Level Marketing wird auch „mehrschichtiges Verkaufssystem“ oder „Netzwerkmarketing“ genannt und ist eine besondere Art des Vertriebs von Produkten.

Hierbei wirbt das Unternehmen die erste Ebene von freien Vertriebspartnern selbst an und lässt durch diese die Produkte direkt verkaufen. Diese Vertriebler sind im Allgemeinen selbständig tätige Verkäufer, die jedoch im Namen des Unternehmens auftreten und auch von diesem mit Werbematerialien, Produktproben und auch Formularen versorgt werden.

Um das Recht zu erhalten, im Namen dieses Unternehmens tätig  werden zu dürfen, erbringt der neue Vertriebsmitarbeiter zumeist eine Einstiegssumme.  Meist erwirbt er damit zugleich eine Art Einstiegspaket an Produkten, Werbematerialien und betriebseigenen Verträgen sowie Formularen. Oftmals werden ihm in seriösen Unternehmen zusätzlich Schulungen und Einweisungen geboten, die ihn der neuen Tätigkeit näher bringen. So kann er mit einem vergleichsweise geringen Startkapital von Anfang an professionell arbeiten.

Der eigentliche Verkauf der Produkte geschieht meist im Hause des Kunden oder auch über Telefon, so dass man beim Multi Level Marketing von einem Direktvertrieb spricht. Das Unternehmen stellt also keine Verkaufsräume zur Verfügung. Außerdem erfolgt der Verkauf meist in Form von Bestellungen, so dass der freie Vertriebspartner nicht gezwungen ist, ein Warenlager anzulegen.

Von einem echten Multi Level Marketing spricht man jedoch erst dann, wenn es zur Bildung einer so genannten mehrschichtigen Vertriebsstruktur kommt. Diese entsteht dadurch, dass ein Vertriebspartner zusätzlich zum Warenumschlag auch im Namen des Unternehmens neue Vertriebsmitarbeiter anwerben kann, die dann wiederum Ware verkaufen und auch ihrerseits neue Vertriebspartner anwerben.

Die Geschäftspartner erzielen ihren Verdienst dabei dann nicht nur aus den Umsätzen, die sie selber generieren, sondern auch aus den Umsätzen der Vertriebspartner, die durch sie direkt oder indirekt angeworben wurden, bis hinunter in eine vorher vertraglich festgelegte Vertriebsebene.

Dez 01

Da es einer strikten Abgrenzung zwischen illegalen Pyramidensystemen und den legalen Vertriebsformen des Multi Level Marketings, oder auch Network Marketings bedarf, zieht man zu deren Unterscheidungen gerne den so genannten Koscot Test heran.

Dieser Koscot Test wurde erstmals von der US-amerikanischen Federal Trade Comission genutzt und bestimmt, wofür die Teilnehmer finanzielle Zahlungen als Gegenleistungen  erhalten.

Dabei beinhaltet der Koscot Test zwei Bedingungen, und nur, wenn beide Bedingungen erfüllt werden, handelt es sich um eine legale Vertriebsform und nicht um ein gesetzeswidriges Schneeballsystem.

Diese Bedingungen werden folgendermaßen definiert:

Der Teilnehmer am System erhält als Gegenleistung seiner Zahlung an das Unternehmen das Recht, deren Produkte zu verkaufen.

Er erhält als Gegenleistung für seine Zahlung das Recht auf die Rekrutierung neuer Teilnehmer am System. Diese Leistungen sind ohne Bezug auf den direkten Verkauf von Produkten an Endkunden.

Die ausschließliche Erfüllung der zweiten Bedingung des Koscot Testes gilt dabei als Nachweis für ein Pyramidensystem, denn es zeigt den betrügerischen Versuch auf, Menschen zu rekrutieren, die Zahlungen leisten müssen, komplett ohne Gegenleistungen erhoffen zu dürfen, auch wenn Einsteiger zu Beginn des Schneeballsystems womöglich in den Genuss kommen, die eine, oder andere Zahlung zu erhalten.

“Wie offensichtlich ist, ist das Vorhandensein dieses zweiten Teils, Rekrutierungen gegen Belohnungen ohne Verbindung zu Produktverkäufen, nichts anderes als ein ausgeklügeltes Kettenbrief-System, in welchem für Individuen, die eine teure Gegenleistung in der Erwartung zahlen, dass sie die Investitionen durch Rekrutierung zurückgewinnen, die Enttäuschung vorherbestimmt ist. Wir wenden hier den Koscot- Test an und vermerken, dass der Betrieb eines Pyramidensystems betrügerisch ist und mit mehreren Gesetzen kollidiert.” (United States v. Armantrout, 411 F.2d 60, 61-62), lautet deshalb die Aussage der USA, bei einem juristischen Verfahren, das gegen ein illegales System geführt wurde.


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