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Der Begriff “Sideline” bezieht sich auf das Network Marketing und zieht gewissermaßen eine Parallele zur “Upline” oder “Downline”, womit in beiden Fällen der Geldstrom vom Kunden zur Abteilungsspitze einer Organisation A (hier als eine bestimmte Einheit des Multi-Level-Marketing angenommen) bezeichnet wird. Die “Sideline” ist vom Geldstrom des Betriebs A völlig ausgeschlossen.

Als Mitglieder einer Sideline werden nämlich genau jene Personen bezeichnet, die sich zwar für A aktiv einsetzen, jedoch keine Provisionen erhalten. Empfehlungsmarketing funktioniert, wie sich hier zeigt, nicht nur mit Geldströmen, sondern auch mit dem Austausch von Gefälligkeiten bzw. von der Erarbeitung sozial-geschäftlicher Bindungen und Vertrauensverhältnissen, die sich für den eigenen Betrieb langfristig als nützlich erweisen können.

Damit eine Vertriebsspitze im Multi-Level-Marketing davon ausgehen kann, dass auch die Vertriebspartner in der untersten Ebene dieselben Informationen an Interessenten verteilen, wird in der zeitlichen Periode, in der ein Mitarbeiter des Empfehlungsmarketing noch nicht tatsächlich begonnen hat, tätig zu werden, ein “Starterset” an ihn verteilt.

Mit diesem (welches ältere Produkte und auch Werbebroschüren enthalten kann), kann der Vertriebspartner (der etwa noch keine Geschäftsräume hat oder die Anfangslieferungen für sein Lager noch nicht erhielt) bereits Voreindrücke an zukünftige Interessenten seiner (noch nicht tatsächlich vorhandenen oder zugänglichen) Filiale des Network Marketing verteilen und diese in ihrer Erwartungshaltung positiv stimmen. So lassen sich auch vor einer Geschäftseröffnung bereits Kunden binden.

Der Strukturvertrieb ist eine Form des Vertriebs, bei der eine Firma seine Produkte oder Dienstleistungen über selbstständige Vertriebspartner an die Endkunden verkauft. Die Endkunden können wiederum dann als selbstständige Vertriebspartner tätig sein, eine andere Ebene des Empfehlungsmarketing bilden und die Produkte weiterverkaufen bzw. Dienstleistungen anbieten. Beim Strukturvertrieb bzw. Network-Marketing handelt es sich somit um keinen Direktvertrieb, bei dem unmittelbar von der Firma an den Endkunden vermittelt wird, sondern es tritt der Vertriebspartner beim Strukturvertrieb oder Multi-Level-Marketing Netzwerk-Marketing als selbstständiger und für sich selbst verantwortlicher Wiederverkäufer auf.

Das Hauptmerkmal des Strukturvertriebs ist der strikte senkrechte Aufbau eines Vertriebssystems, das bildlich einer weit verzweigten Einheit entspricht. Die Bezeichnung Struktur bezeichnet hier, dass nur jeweils die übergeordneten mit den untergeordneten Ebenen miteinander agieren, folglich besteht hier ein Strukturaufbau streng hierarchisch senkrecht von oben Richtung unten. Dieser Aufbau kann sich breit verzweigen, sodass es auf der unteren Ebene eine hohe Zahl an selbstständigen Vertriebspartnern gibt.

Kundenbindung im Sinne des heute so genannten Strukturvertriebs ist geschichtlich gesehen bereits länger vorhanden. Sowohl frühe Handelsreisende als auch ortsfeste Handwerker nutzten die Möglichkeit, Freiwilligen anzubieten, ohne direkte Arbeitsverhältnisbindung für sie gewissermaßen in Eigenregie tätig und dann an entsprechenden Verkäufen beteiligt zu werden.

Eine erste Entstehung erfuhr der Strukturvertrieb mit dem Aufkommen großer Vertriebsorganisationen in den USA in den 1950er/1960er Jahren. Während die seinerzeit entstehende industrielle Massenproduktion zunächst im Handelsgeschäft über den Fach- und Einzelhandel ihren Absatz verwirklichte (dies nannte sich “Direktvertrieb”), begannen einzelne Firmen jedoch damit, ihre Produkte ohne Zwischenhändler direkt an den Kunden mithilfe hierarchisch organisierter Vertriebpartner in weitem Raum zu verkaufen. Dies waren die Anfänge des Strukturvertriebs, der fortan weit reichende Verbreitung fand.