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Der Party Plan ist eine Methode, Produkte direkt zu vermarkten, indem eine soziale Veranstaltung ausgerichtet wird. Diese Veranstaltungen werden dabei dazu genutzt, die Waren vorzustellen und auszuprobieren. Sie finden in zumeist häuslicher Atmosphäre statt und nehmen hierdurch auch die so genannte Schwellenangst, die Interessierte häufig davon abhält, ihnen unbekannte Fachgeschäfte und Spezialgeschäfte zu betreten.

Durch den Party Plan werden einige, in erster Linie soziale Aspekte eingesetzt, die dabei helfen, eine flache Management-Hierarchie einzusetzen und bei einer hohen Handelsspanne und niedrigen Strukturprovisionen gute Umsätze zu erzielen.

Umsatz steigernd wirken dabei in erster Linie die familiäre Atmosphäre der Veranstaltung, die gegenseitige Animation der Teilnehmer untereinander, die meist aus Freunden und Verwandten der Person bestehen, die die Verkaufsparty ausrichtet, und natürlich der Exklusivcharakter, den die Produkte dadurch erhalten, dass sie nicht oder zumindest nicht in gleicher Qualität und mit dem gleichen Label in Geschäften erhältlich sind.

Diese Veranstaltung wird jedoch nicht vom Verkäufer der Produkte ausgerichtet, sondern von einem seiner Kunden, der als Gastgeber fungiert. Als Anreiz für den Gastgeber einer solchen Party werden meist ein Gastebergeschenk, eine Umsatzprovision oder auch ein Geschenk, gekoppelt mit einer Umsatzbeteiligung eingesetzt.

Der Party Plan ist seit den frühen 1950er Jahren bekannt, in denen er durch Browne Wise für den Hausartikelwaren-Hersteller Tupperware® entwickelt wurde.

Der Spaßfaktor, gekoppelt an professionellen Kundenservice, sind die Hauptfaktoren, die diese Marketing Form derart erfolgreich machen.

Der weitaus größte Anteil an Verkaufsrepräsentanten ist weiblich, was sowohl durch die Art der Verkaufsveranstaltung, aber in erster Linie natürlich auch durch die Warengruppen, die bei solchen Partys angeboten werden, erklärt wird.

In erster Linie werden auf diesen Veranstaltungen folglich auch Haushaltsartikel, Wohnaccessoires, Kosmetik, Kleidung, Schmuck und Dessous angeboten.

Pay-Line ist ein Begriff aus dem Empfehlungsmarketing. Das Multi-Level-Marketing kennt seinem Begriff nach zahlreiche Stufen, über die hinweg vermarktet bzw. geworben wird. Auf diesen Stufen befinden sich mit unterschiedlichem Rang zählende Vertriebspartner eines Herstellers. Jedoch kann in diesem Netzwerk (deshalb der Begriff Network Marketing) von “hierarchischen” (das heißt von oben nach unten verlaufenden) Zahlungs-Linien (eben: “Pay”-Lines) die Rede sein.

Von “Linien” ist die Rede, die die Provisionszahlungen eines Vertriebspartners logisch begründen. D. h.: Wie viele Ebenen sind im Vergütungsplan vorgesehen? (So “lang” kann die “Pay”-Line gedacht werden.) Wie viel Umsatz ergeben alle Verkäufe, die vom Vertriebspartner selbst und von den ihm untergeordneten Verkäufern getätigt werden (s. “Offenes Volumen”).

Die untergeordneten Verkäufer wiederum bestehen nicht nur aus jenen, die der Vertriebspartner selbst angeworben hat, sondern es ist hier auch die Rede von den nachgeordneten, nämlich denen, die wiederum durch die Verkäufer angeworben wurden (s. “Downline”). Die “Pay”-Line bezeichnet somit einen Geldfluss, der (“von unten nach oben kommend”) über mehrere “Generationen” hinweg den Vertriebspartner (die “Abteilungsspitze” erreicht).

Der Begriff Peoples franchise wird im Allgemeinen dazu benutzt, Network Marketing Vertriebspartner zu generieren, die einen vergleichbaren Status wie Franchiser haben.

Dabei wird die Aufnahmegebühr in die Vertriebsstruktur als Franchise-Gebühr verstanden, das heißt, der Franchise-Nehmer hat, als freier Unternehmer, die Möglichkeit, den Markennamen und die Firmenfarben des Franchise-Geber-Unternehmens zu nutzen.

Es sind auch Peoples Franchise Modelle bekannt, in denen der Franchise-Nehmer einen monatlichen oder jährlichen Betrag entrichten muss, um den Namen und die Werbemittel des Franchise-Gebers nutzen zu dürfen. Er arbeitet dann jedoch ansonsten frei, das heißt, er bezieht Produkte entweder vom Franchise-Geber oder auch von deren Zulieferfirmen, um sie eigenverantwortlich zu vermarkten.

Der Begriff “Prelaunch Phase”, so wie er im Network Marketing eine entscheidende Rolle spielt, kann aus dem Englischen wörtlich etwa übersetzt werden mit “die Phase vor dem Beginn”. Im Empfehlungsmarketing ist gemeint: Bevor ein neues Produkt direkt beworben werden kann, müssen für Vertriebs- und Verkaufsstrategien gewisse Vorbereitungen getroffen werden. Vorschau-Videos z. B., die nicht das Produkt deutlich anpreisen und somit keine klaren Werbefilme sind, gehören hierzu: Sondern es wird die Öffentlichkeit darauf hingewiesen, dass in absehbarer Zeit eine interessante Neuvorstellung bzw. Markteinführung folgen wird.

Auch das Multi-Level-Marketing ist letztendlich von professionellen Werbemethoden abhängig, die aus der angemessenen Kommunikation gegenüber zukünftigen Kunden bestehen. Ein Bestandteil ist es hierbei, auch emotional auf Interessenten einzuwirken und Interesse für ein noch nicht erschienenes (bzw. noch nicht einmal konkret benanntes) Produkt zu schüren.

– Interviews über die umfangreichen und begeisterten Vorbemühungen zu geben
– Umfragen durchzuführen
– Expertenmeinungen zu veröffentlichen
– Artikel über die Vorbereitungen (und möglicherweise über die Mitarbeit von anderen (namhaften oder örtlich bezogenen) Firmen herauszugeben oder zu ermöglichen…

… und andere – ähnliche – Schritte sind hier gemeint. Absicht ist es hier in jedem Fall, insbesondere in einer konkreten Zielgruppe positiv belegte Erwartungshaltungen (Vorfreude) zu wecken und somit bei der tatsächlichen Einführung des Verkaufsartikels bereits einen “im Voraus geneigten Kundenstamm” erzeugt zu haben (der auch durchaus erst neue Zielgruppen herstellen kann).

Dies kann verglichen werden mit “Teasern”, die bereits Wochen vorher auf Kinofilme oder dem Neustart von Fernsehserien hinweisen. Doch nur die psychologische Wirkung ist ähnlich: Das Multi-Level-Marketing nutzt eben nicht nur Multimedia-Werbung in einer “Prelaunch Phase”, sondern stellt etwa (ob fiktiv oder nicht) “Storys” oder Vorträge zusammen, die positive Erfahrungen von Testkunden (oder auch “echten” Kunden im Ausland) kundtun. Nicht authentische oder “richtige” Fakten zählen hier, sondern es soll dem Kunden in spe durch scheinbare Informationen (die ihn neugierig machen) ermöglicht werden, das Produkt bei tatsächlichem Erscheinen ohne weiteres Überlegen kaufen zu können.

Als Provision werden in Vertriebssystemen allgemein Vergütungen bezeichnet, die von einem Vertriebs-Unternehmen an einen Verkäufer gezahlt werden, der für das Unternehmen Umsätze erzielt hat.

Beim Multi Level Marketing erweitert sich dieser Begriff, indem Provisionen nicht nur für Umsätze gezahlt werden, die der Vertriebspartner selbst erzielt hat, sondern auch für Umsätze, die durch Vertriebspartner erwirtschaftet werden, die durch ihn angeworben wurden, oder wiederum durch einen von ihm selbst angeworbenen Vertriebspartner, also in 2., 3. oder x-ter Ebene.

Die Höhe der Provisionen richtet sich dabei in aller Regel nach den Regelungen, die im Vergütungsplan festgehalten sind. Häufig sind sie auch in der Spanne zwischen Bezugs- und Abgabepreis des Produktes enthalten.

Ein Pyramiden-System ist eine Geschäftsform, die in erster Linie nicht vom Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen lebt, sondern von der Akquisition von Vertriebspartnern. In den meisten europäischen Ländern ist das Pyramiden-System, das man auch Schneeballsystem nennt, verboten.

Ein Pyramiden-System ist dadurch gekennzeichnet, dass die eigentlichen Erträge nicht durch den Verkauf von Produkten, die meist nicht wirklich als solche zu nennen sind, da sie de facto häufig nicht wertig oder gar nicht einmal existent sind, erlangt werden, sondern dadurch, dass neue Vertriebspartner eine Investition, die teilweise sogar nicht unbeträchtlich ist, tätigen müssen, sobald sie zum System stoßen. Dieses Geld wird an die in der Hierarchie über dem neuen Partner stehenden Mitglieder des Systems anteilsmäßig ausgezahlt, so dass die zu Beginn des Pyramiden-Systems hinzu gestoßenen Mitglieder sehr wohl ihre Investition amortisieren und sogar Gewinn erzielen können, so dass das Anstoßen eines Pyramiden-Systems sehr wohl lukrativ sein kann.

Anhand einer simplen Potenzrechnung kann man jedoch leicht nachvollziehen, dass ein solches System früher oder später kollabieren muss. Denn geht man nur davon aus, dass jeder Partner zwei neue anwirbt, so ergibt sich für diesen einen in der 2. Stufe schon eine Anzahl von 4, in der 3. Stufe 8 und schon in der 20. Stufe eine Anzahl von über eine Million Mitgliedern. Und dies mit dem immensen Nachteil, dass es keine weitere Einnahmequelle als die Neuanwerbung von Mitgliedern gibt.

Zum Kollaps kommt es dann entweder durch staatliches Eingreifen, durch die illegalität des Systems, oder durch die sich immer schwieriger gestaltende Neuanwerbung von Mitgliedern, denn die Wertlosigkeit des Systems spricht sich im gleichen Maße herum, wie die Anzahl der Mitglieder wächst.