Das Front-End Loading wird auch Inventory Loading genannt und ist eine Geschäftspraxis, die im Multi-Level-Marketing bekannt ist.
Hierbei wird der Händler durch das Unternehmen mit einer großen Menge an Ware beliefert, die er möglichst schnell an seine Kunden abverkaufen soll. Dies wird häufig damit unterstützt, dass man dem Vertriebspartner Aussichten auf hohe Gewinnmöglichkeiten macht, die er dadurch erreicht, dass er eine größere Bonusspanne erhält oder eine höhere Stufe im Organisationsgefüge und damit höhere Provisionen erzielt.
Es wird damit quasi ein psychologischer Druck auf den Partner ausgeübt, damit dieser eine große Menge an Ware abnimmt. Meist geschieht dies am Anfang von dessen Tätigkeit, so dass es ihm noch an Erfahrung fehlt, die es ihm möglich machen würde, die Folgen abzusehen.
Zwangsläufig führt das Front-End Loading in der Folge häufig dazu, dass es zu einem bedeutenden finanziellen Verlust kommt, denn der neue Vertriebspartner, der häufig noch wenig geschult und erfahren ist, erkennt nicht die Gefahr und ist oft nicht in der Lage, die große Menge an Waren umzuschlagen, für die er jedoch schon bezahlt hat. Er sitzt förmlich auf der für ihn unverkäuflichen Ware, die ihm vielleicht als „Starterpack“, „Dealerkit“, „Managerkit“, „Successkit“, oder „Officepaket“ angeboten wurde und für die er viel Geld ausgegeben hat.
Dies hat zu der Leitformel geführt, die besagt, dass „Verdienste oben gemacht werden“, während die Basis häufig das Risiko trägt.
In seriösen Multilevel-Marketing-Unternehmen werden den neuen Vertriebsmitarbeitern deshalb gute Unterstützung und Schulungen angeboten, die es ihnen ermöglichen, tatsächlich mit Weitblick und professionellem Herangehen ein langfristiges Geschäft aufzubauen. Das hilft ihnen, sich einen gesunden Kundenstamm und wiederum verlässliche und aktive Vertriebspartner, also eine Down-Line zu erstellen, was ihnen eine wirkliche Erfolgsbasis gewährt.