Rodung erhöht Treibhauseffekt
Kleinbauernfamilien brennen im Wald Parzellen nieder, die etwa 25 Hektar groß sind. Das Recht dazu gibt ihnen der Staat Brasilien. Die Besitzverhältnisse sind den Kleinbauernfamilien vor rund 100 Jahren garantiert worden. Das Problem der Weltgemeinschaft besteht darin, die ökonomischen Interessen eines armen Landes zu berücksichtigen und andererseits unbedingt auf den Schutz der Natur zu achten.
80 Stunden dauert die Rodung eines Hektars Wald. Mehrere Wochen lang bleibt der Schlagabraum liegen. Das sind 40 Tonnen pro Hektar. Obwohl das Amazonas-Gebiet wegen des feucht-warmen Klimas weniger als andere waldreiche Weltregionen betroffen ist, kann es zu Bränden kommen, die außer Kontrolle geraten. So ist 1997 im nordbrasilianischen Nachbarstaat von Pará, in Roraima, eine Fläche der Größe Belgiens in Flammen aufgegangen. Das widerspricht der allgemeinen Meinung, wonach Nebenflüsse des Amazonas die Ausbreitung des Feuers verhindern können.
Rodung erhöht Treibhauseffekt
Nach der Rodung entwickelt sich die Vegetation schwer neu. Zehntausende von Jahren lang war der nährstoffarme Boden starker Sonneneinstrahlung und dem Regen ausgesetzt. Wenn der Abraum nach der Rodung verrottet, nehmen andere Pflanzen die Nährstoffe an, damit die nicht im Boden verschwinden.
Bei der Brandrodung setzt gezielt eingesetztes Feuer den zuvor gebundenen Kohlenstoff frei. Das hat Auswirkungen auf den Treibhauseffekt. 90 Prozent der Stickstoffe gehen in der Atmosphäre auf, 40 Prozent der mineralischen Nährstoffe (Kalium, Magnesium). Die Asche schließlich wird zum Dünger für Mais und Maniok. Weil der Boden wegen der klimatischen Einflüsse in den Tropen erschöpft ist, bleiben vegetationsarme Brachflächen übrig. Die Rückkehr des Waldes wird nahezu unmöglich gemacht.
Kann die Acai Beere die Ausbeutung des Regenwaldes stoppen?
Das besondere Interesse an der Acai-Palme kann bedeuten, dass die Ernte im Mittelpunkt steht, nicht die Zerstörung der Bäume und ihrer Früchte, um Dünger oder Weideland zu gewinnen.
In Pará leben mehr als 6 Millionen Menschen. Der brasilianische Bundesstaat ist überwiegend vom tropischen Regenwald bedeckt. Betroffen von der radikalen Abholzung ist das Gebiet an der Ostgrenze.
Hier am Amazonas weiß man: Die wichtigsten Exportartikel sind neben dem Holz ebenso Eisenerz, Tonerde und Aluminium. Insofern kann der Kontrast zwischen Urwüchsigkeit der Natur und den Industrieansiedlungen kaum stärker sein.
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