Okt 18

Der Begriff der “geometrischen Progression” ist seiner Natur nach nicht dem Network Marketing, sondern der Mathematik zuzuordnen. Dennoch versucht man, gerade auch in Schulungen für das erfolgreiche Empfehlungsmarketing die theoretischen Grundprinzipien einer solchen Organisationsstruktur dem anfänglichen Laien präzise, jedoch auch zuweilen plakativ nahe zu bringen.

Die Rede ist hier von der Antwort auf die Frage: Wie viele Mitarbeiter könnten die 4. Ebene einer “Pyramide” des Multi-Level-Marketing erreichen, wenn jeder tatsächlich auch erfolgreich drei neue Kunden wirbt, die wiederum tatsächlich erfolgreich selbst jeweils drei Neue werben? Die Antwort lautet hier: 121. (Die Zahlenfolge 1, 3, 9, 27, 81 – einer wirbt drei, drei werben neun, neun werben 27, 27 werben 81 “Neue” – wird hier einfach zusammenaddiert.)

Okt 16

Ein Pyramiden-System ist eine Geschäftsform, die in erster Linie nicht vom Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen lebt, sondern von der Akquisition von Vertriebspartnern. In den meisten europäischen Ländern ist das Pyramiden-System, das man auch Schneeballsystem nennt, verboten.

Ein Pyramiden-System ist dadurch gekennzeichnet, dass die eigentlichen Erträge nicht durch den Verkauf von Produkten, die meist nicht wirklich als solche zu nennen sind, da sie de facto häufig nicht wertig oder gar nicht einmal existent sind, erlangt werden, sondern dadurch, dass neue Vertriebspartner eine Investition, die teilweise sogar nicht unbeträchtlich ist, tätigen müssen, sobald sie zum System stoßen. Dieses Geld wird an die in der Hierarchie über dem neuen Partner stehenden Mitglieder des Systems anteilsmäßig ausgezahlt, so dass die zu Beginn des Pyramiden-Systems hinzu gestoßenen Mitglieder sehr wohl ihre Investition amortisieren und sogar Gewinn erzielen können, so dass das Anstoßen eines Pyramiden-Systems sehr wohl lukrativ sein kann.

Anhand einer simplen Potenzrechnung kann man jedoch leicht nachvollziehen, dass ein solches System früher oder später kollabieren muss. Denn geht man nur davon aus, dass jeder Partner zwei neue anwirbt, so ergibt sich für diesen einen in der 2. Stufe schon eine Anzahl von 4, in der 3. Stufe 8 und schon in der 20. Stufe eine Anzahl von über eine Million Mitgliedern. Und dies mit dem immensen Nachteil, dass es keine weitere Einnahmequelle als die Neuanwerbung von Mitgliedern gibt.

Zum Kollaps kommt es dann entweder durch staatliches Eingreifen, durch die illegalität des Systems, oder durch die sich immer schwieriger gestaltende Neuanwerbung von Mitgliedern, denn die Wertlosigkeit des Systems spricht sich im gleichen Maße herum, wie die Anzahl der Mitglieder wächst.

Okt 14

Wenn im Network Marketing von “Qualifikationen” die Rede ist, geht es nicht um Voraussetzungen, unter denen Vertriebspartner erst gewonnen werden können (dies wäre die gewöhnliche Definition; hier geht es um besondere Schul- oder Studienabschlüsse). Nein, für das Multi-Level-Marketing gilt hier eine völlig andere Definition. Durch “Qualifikationen”, die man in einer Struktureinheit des Empfehlungsmarketing erst erwirbt, kann man ”aufsteigen”.

Dies wird nun an einem Beispiel erläutert, welches in dieser Form nicht für jede Organisation zutrifft, jedoch das Prinzip der “Qualifikationen” anschaulicher erklären soll. Angenommen, eine Struktureinheit hat für sich fünf Arten von Positionen definiert, nämlich die Ebenen bzw. Titel Vertriebspartner, Team-Leiter, Manager, Direktor, Präsident. Hier geht es nicht um die “eigentlichen” Bedeutungen dieser Worte, wie sie aus der Wirtschaft gemeinhin bekannt sind, sondern um Code-Worte für Mitarbeiter, welche ein vorgegebenes Leistungsziel pro Monat (in Punkten oder Geldbeträgen bezeichnet) erreichen. Genau bei diesem Leistungsziel handelt es sich um “Qualifikationen”. Jede der im oben erwähnten Beispiel bezeichneten Titel oder Positionen hat nun der genannten Reihenfolge nach ein höheres Leistungsziel (muss also pro Monat (rein quantitativ!) mehr Punkte sammeln; es geht um mehr Kunden, mehr angeworbene Mitarbeiter, mehr Umsatz oder um weitere vereinbarte Ziele).

Die Folge eines solchen “Qualifikationserwerbs” ist nun nicht nur, dass ein Mitarbeiter sich einen solchen “Posten” oder “Titel” durch Mengenleistung erworben hat, sondern er erhält gleichzeitig ein “Passives Einkommen”: Dies meint, dass sein monatlicher Verdienst nicht mehr nur aus den Provisionen für seine Eigenleistung besteht, sondern er erhält zusätzlich noch Provisionen bzw. Bonuszahlungen für die Arbeit, die ihm direkt untergeordnete Mitarbeiter leisten.

Jedoch: Genau hier kann eine Varianz zwischen Struktureinheiten des Multi-Level-Marketings bestehen. Nämlich nicht bei allen werden die einmal erworbenen “Titel” auf Lebenszeit verliehen, auch kann bei Organisationen der einmal verliehene Titel auch (bei persönlichem Leistungsnachlass) wieder entzogen werden.

Okt 12

Eigentlich nicht als ureigener Fachbegriff des Network Marketing definiert, gehört das Wissen und der bekannte Hintergrund über “Illegale Schneeballsysteme” doch entscheidend zu den Grundvoraussetzungen des Multi-Level-Marketing. Es geht hier um die gesetzliche Grundlage des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), § 6c. Inhaltlich wiedergegeben, besagt dieses Gesetz, dass niemand Personen, die keine Kaufleute sind, Vorteile im Falle des Verkaufs von Waren versprechen darf (und sie anweisen, dass diese diesen Vorgang bei Dritten wiederholen).

Anders gesagt: Jeder Kaufmann (auch als Mitglied des Empfehlungsmarketing) weiß, dass Vorteile aus noch nicht vollzogenen Geschäften schlicht nicht vorhergesagt werden können; auch kann niemand dazu gedrängt werden, mit aggressiven Mitteln Kunden werben zu wollen. Genau Letzteres nämlich schützt nicht den Verbraucher.

Okt 10

Der Begriff “Inventory Loading” enthält für die Fachterminologie des Multi-Level-Marketing dieselbe Bedeutung wie die folgenden: “Front-End Loading” sowie “Inventory Building”. Die Bezeichnungen mit dem Wortelement “Inventory” sind mit dem deutschen “Inventar” zu assoziieren. Somit erklärt sich, einfach gesagt, diese Begriffsgruppierung damit, dass im “Front-End”, im “vorderen Ende”, d. h. “weit vorausschauend” das Inventar in einer hohen Dimension aufgestockt wird. Genauer: Man nehme einen Vertriebspartner im Rahmen des Empfehlungsmarketing an, der für den Augenblick eine günstige Preisvereinbarung für die Abnahme von Artikeln in hoher Stückzahl feststellt. Wenn er nun weiß, dass sich die Artikel, die er in den nächsten (beispielsweise) 10 Jahren vertreiben wird, nicht ändern bzw. nicht modernisieren werden, kann er hier eine Investition tätigen, die für den Augenblick möglicherweise unverhältnismäßig erscheint (und für das laufende Geschäftsjahr ein Minus erzeugt), sich jedoch über das (als Beispiel angenommene) nächste Jahrzehnt hinweg nur als minimale Eigeninvestition erweist, weil er in den kommenden Jahren, wenn höhere Preise herrschen (könnten), keine Einkäufe tätigen muss.

Wenn es sich jedoch um eine Einheit des Network Marketing handelt, die Dienstleistungen oder Produkte mit zukünftigem Potenzial der Modernisierung vertreibt, ist ein vorzeitiges und hochdimensioniertes Aufstocken des Inventars nur unter zuverlässigen Hochrechnungen zu empfehlen, die auf einen genau definierten Stückzahlverkauf binnen kurzer Frist begründete Voraussicht vermitteln.

Weiterhin existieren bisweilen ebenso Direktiven von Firmen, die sich weder an günstigen Einkaufspreisen noch an Hochrechnungen orientieren. Im Sinne einer “Planwirtschaft” werden den Vertriebspartnern die Mengen an Stückzahlen zur Verfügung gestellt, die er innerhalb eines mittelfristigen Zeitraums (etwa: eines Jahres) abzuverkaufen hat, um ein anvisiertes Beförderungsziel innerhalb der Struktureinheit zu erreichen. Eine solche “Inventaraufstockung” kann ebenfalls im Augenblick der Anschaffung möglicherweise überdimensioniert erscheinen, jedoch ist hier der Mitarbeiter dazu gehalten, gegebenenfalls mit in Eigenverantwortung veränderten, auch aggressiven Werbemaßnahmen einen sich erhöhenden Stückzahlverkauf korrigierend auszulösen.


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